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Non Domiciled – Remittance Base Besteuerung

Wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Vereinigten Königreich verlegen, dann erwarten Sie viele spannende Vorteile. Einer dieser Vorzüge besteht im Wahlrecht, die Non-Domiciled Regelung mit der Remittance Base Besteuerung zu beanspruchen. Das bedeutet im Klartext, dass Sie die ersten sieben Jahre im UK (das Fiskaljahr beginnt im April) sämtliche Gewinne, die Sie im Ausland erwirtschaften und auch dort belassen, steuerfrei vereinnahmen können.

Ganz legal, ohne Haken und Ösen. Nach 7 Jahren wird erstmalig eine Pauschalabgabe in Höhe von £ 30,000 fällig, nach 9 Jahren im UK sind es £ 50,000 und nach 17 Jahren sind £ 90,000 fällig. In Anbetracht der enormen Steuervorteile fallen diese Summen aber kaum ins Gewicht, zumal die meisten Non-Doms nach einiger Zeit das Vereinigte Königreich wieder verlassen.

Diese Regelung des britischen Steuerrechts machen sich laut letzten offiziell verfügbaren Zahlen im Steuerjahr 2013/2014 etwa 160,000 Menschen zu nutze. Dazu zählen insbesondere high-net-worth individuals wie Roman Abramovic, Lord Ashcroft, Ross McEwan, Sir Ronald Cohen, Stuart Gulliver und viele weitere Persönlichkeiten mit Auslandseinkünften, allesamt neigen dazu, besonders hohe Vermögen und Einkünfte zu haben.

Der Non-Dom ist traditionell „resident but not domiciled for tax purposes“, er ist also zwar wohnhaft im UK aber nicht steuerlich veranlagt. Die Auslandseinkünfte dürfen auch nicht ihren Ursprung im UK haben. Werden diese Auslandeinkünfte ins Vereinigte Königreich überwiesen, so sind diese voll steuerpflichtig.

Daher belassen Non-Doms geschickter Weise ihre Einkünfte mit nicht UK-Bezug auf einem Auslandskonto, zum Beispiel in der Schweiz oder Malta. Altvermögen, das nachweislich bereits vor dem Umzug ins Königreich bestanden hat, kann ohne Negativwirkung transferiert werden (entsprechende Nachweise sollten bereit gehalten werden).

 

Was genau ist der Non-Dom Status?

Der Non-Dom Status kann beansprucht werden, wenn Sie im Vereinigten Königreich leben, Sie, Ihr Vater oder Großvater zum Zeitpunkt Ihrer Geburt jedoch in einem anderen Land als dem UK gelebt hat (Der Non-Dom Status kann zudem auch vererbt werden). Der Non-Dom Status hat zur Folge, dass auf ausländische Einkünfte keine Steuern im United Kingdom fällig werden. Mit einer geschickten Kombination des Non-Dom Status und Offshore-Gesellschaften in Nullsteuer-Oasen kann die Steuerlast (nahezu) vollständig eliminiert werden.

 

Handelt es sich um ein Gesetz oder um eine Regelung?

Eigentlich ist der Non-Dom Status eine steuerrechtliche Regelung, kein Gesetz. Diese Regelung wurde zeitgleich mit der Einkommenssteuer im Jahre 1799 von William Pitt the Younger eingeführt. Die Regelung entstand unter dem Vorbehalt, einen Steuerfreibetrag für Schiffe, die Güter von den Kolonien zurückbrachten, zu gewähren.

 

Welche Einkommensarten sind erfasst?

Grundsätzlich sind davon Dividenen, Zinsen, Veräußerungserlöse, aber auch sämtliche privatwirtschaftlichen Aktivitäten wie Einkommen aus Handel oder Dienstleistungen, Erbschaften usw. betroffen.

 

Für wen ist der Status des Non-Doms eher uninteressant?

Für all diejenigen, die ein Arbeitseinkommen im UK beziehen ist der Non-Dom Status keine Bereicherung.

 

Wie viele Non-Doms befinden sich derzeit im UK?

Man geht derzeit von 160,000 Menschen im Vereigten Königreich aus, die diesen Status inne haben, Sie sind in aller Regel sehr reich.

 

Ist das Königreich nun etwa eine europäische Steueroase?

Einerseits ja, anderseits nein. Non-Doms müssen möglicherweise in dem Land, in dem Sie die Gewinne erwirtschaften Steuern bezahlen. Viele der Non-Doms zahlen aber weltweit überhaupt keine Steuern, weil Sie – legal – Offshore-Gesellschaften in Nullsteuer-Oasen verwenden.

 

Und damit kommen die Non-Doms einfach so davon?

Ja, im Jahre 2008 wurden die Regeln durch die Labour-Regierung zwar etwas angezogen, aber zunächst können Non-Doms sieben Jahre keine Steuern zahlen, dann beginnen die jährlichen Pauschalabgaben fällig zu werden, vorausgesetzt man möchte den Non-Dom Status weiterhin beibehalten. Dies betrifft natürlich keine Einkommen aus Arbeit oder Zinserträgen, die innerhalb des Vereinigten Königreichs entstanden sind. Diese Einkünfte sind nicht steuerfrei.

 

Für besonders Wohlhabende ist die Höhe der Pauschalsteuern trotzdem ein ziemlich gutes Geschäft

Schätzungen zufolge könnten die jährlichen Gebühren etwa £ 250,000 betragen und wären für die meisten Non-Doms immer noch gut hinnehmbar, da kommt es auf eine Viertelmillion nicht weiter an.

 

Was wäre, wenn die Non-Doms genauso Steuern bezahlen würden, wie alle anderen auch?

Man geht davon aus, dass dies mehrere hundert Millionen britische Pfund an zusätzlichen Steuereinnahmen in die Staatskasse spülen würde.

 

Und was hindert die britische Regierung daran dies zu ändern?

Kritiker warnen vor der Abschaffung dieses Status, da Sie davon ausgehen, dass ebenfalls hunderte Millionen Pfund dem Fiskus entgehen könnten, so argumentieren jedenfalls die Tories. Man befürchtet, dass wenn die Reichen die selben steuerlichen Abgaben zu entrichten hätten, wie der Durchschnittsbürger, käme es unweigerlich zu einer Kapitalflucht und der Abwanderung von Leistungsträgern.

Das würde bedeuten, dass die Wohlhabenden ihre Investitionen abziehen, die Pauschalgebühren nicht mehr entrichten und die wohltätigen Spenden im Bereich Kunst und Gemeinwohl ausbleiben.

Die Kosten einer Abschaffung könnten also auf lange Sicht gesehen die Mehreinnahmen übersteigen, davor hat man Respekt. Würde der Non-Dom Status abgeschafft und eine mansion-tax, also eine Steuer auf Villen eingeführt, geht man davon aus, dass der Immobilienmarkt in Zentral-London kollabieren könnte, was ebenfalls verheerend für die Londoner City wäre.

 

Wie sieht es diesbezüglich in anderen Ländern aus?

Abgesehen vom Vereinigten Königreich gibt es weitere Länder innerhalb der Europäischen Union, wie zum Beispiel Irland, Malta oder Zypern mit ähnlichen Non-Dom Regimen.


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